
Newsarchiv: Seminar für Ethnologie
Jahr 2022
Zur Teilbarkeit ethnographischer Forschungsdaten. Oder: Wie viel Privatheit braucht ethnographische Forschung? Ein Gedankenaustausch
Was bedeutet der mit der wachsenden Forderung nach „open science“ verbundene Druck, Forschungsdaten öffentlich zugänglich zu machen für die ethnographische Forschung? Welche Herausforderungen, Probleme und Chancen sind mit der Aufbereitung und Archivierung von ethnologischen Forschungsdaten in Repositorien, insbesondere für eventuelle spätere Nachnutzungen verbunden? Welche Grenzverschiebungen im Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit gehen mit der Verfügbarmachung von ethnographischen Daten einher und welche Materialien sind überhaupt dafür geeignet? Wieviel Aufwand bedeutet die Aufbereitung von Forschungsmaterialien und welche Öffentlichkeiten sollen überhaupt adressiert werden? Diese und weitere Aspekte wurden im Dezember 2021 von insgesamt neun an unterschiedlichen Universitäten und Forschungseinrichtungen tätigen Sozial- und Kulturanthropolog*innen in einer Online-Gesprächsrunde diskutiert. Die sprachlich leicht redigierte, aber ansonsten unveränderte und von den Gesprächspartner*innen freigegebene Fassung dieses Gedankenaustauschs, mit dem die Gruppe zum Nachdenken über diese zentrale Thema anregen möchte, ist nun in der Reihe "SFB Affective Societies – Working Papers“ erschienen.
Hier geht es zum Working Paper.
Beiträge aus dem Seminar für Ethnologie zur Langen Nacht der Wissenschaften
Mitarbeitende und Studierende aus dem Seminar für Ethnologie laden im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften am 01. Juli zu drei Veranstaltungen. Anna-Lena Wolf bittet um 17:00 Uhr zu Tee auf einer indischen Plantage: Mit Zucker würde er besser schmecken – Ein unheimlich gewöhnlicher Arbeitstag auf einer Teeplantage . Zur gleichen Zeit zeigen Felix Schiedlowski und Amy Walker (Anthropogeographie), wie sozialwissenschaftliche Forschung bei der Bewältigung des Braunkohle-Strukturwandels behilflich sein kann: Sozialwissenschaftliche Blicke auf den Braunkohle-Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier . Um 20:00 präsentieren die MA-Studierenden Philipp Baum und Anastasia Klaar Ergebnisse aus einer Seminarforschung zum Thema: Toxische Altlasten in Sachsen-Anhalt – ein ungelöstes Problem .
Zum Krieg in der Ukraine
Das Seminar für Ethnologie verurteilt den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Wladimir Putins und ist tief bestürzt über die humanitäre Lage in der Ukraine. Das Seminar für Ethnologie unterstützt das Statement der European Association Social Anthropologists "on the Russian war against Ukraine" . Auch versuchen wir nach Kräften, den vom Krieg betroffenen Menschen Unterstützung anzubieten. Zentrale Informationen für Geflüchtete und Helfende in der Stadt Halle finden sich hier . Unterstützungsangebote für Angehörige der Universität finden sich hier und hier. Die Deutsche Gesellschaft für Kultur- und Sozialanthropologie hat Unterstützungsangebote für ukrainische WissenschaftlerInnen hier zusammengetragen. Anfragen an das Seminar für Ethnologie zur Situation in der Ukraine sind bitte an felix.schiedlowski@ethnologie.uni-halle.de zu richten.
ETROD: Artisanal gold mining in Tanzania - Filmic and ethnographic explorations of hope and uncertainty
Join for another event of the Extractivism and Transition Research Online Dialogues: Anna Frohn Pedersen will provide insights into her research on artisanal gold mining in Tanzania. In her PhD project Anna conducted ethnographic research in a mining village in the northern part of Tanzania. In an attempt to find adequate forms of representing the miners’ (self)understanding of their work and lives, Anna engaged in participatory film-making in addition to her research papers. In this session we are going to discuss two different outputs from her research: a film and a research paper that both deal with the risks, challenges and uncertainty that are embedded in mining but also the hopes and dreams it invokes. Please find the film here , password: Nyarugusu2019.
To sign up for the event, please sent a mail to janine.hauer@zirs.uni-halle.de
Gastvortrag von Paolo Gruppuso am 28.06.2022 (in Präsenz und Online)
Paolo Gruppuso (Rachel Carson Center, LMU München) wird am 28 Juni 2022, 16:15 – 17:45 Uhr einen Gastvortrag zum Thema “The Invention of Wetlands: Reclamation, Conservation, and Future Sustainability” am Seminar für Ethnologie halten. Die Veranstaltung findet in Präsenz im Seminarraum (Reichardtstr. 11, 06114 Halle) sowie online hier. (Passwort: Wetlands-22) statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im untenstehenden Dokument.
Einladung zum Seminar-Vortrag von Dr. Andrew Gilbert
Am Donnerstag dem 23. Juni ist Dr. Andrew Gilbert (Toronto / Bremen) zu Gast am SfE. Gilbert hält im Rahmen des Seminars "SOUND WORK(S). Ethnographische Perspektiven auf Musik/Klang und Arbeit" von Prof. Asta Vonderau einen Vortrag zum Thema: "How do We Work Together? Insights into Multimodal Ethnography". In dem Vortrag mit anschließender Diskussion geht darum, die Möglichkeiten der multimodalen Forschung in der Ethnologie kennenzulernen und über die Rolle des Klangs in diesem Kontext zu reflektieren. Der Vortrag findet am 23. Juni um 10.15 Uhr im Raum 101, MMZ (Mitteldeutsches Medienzentrum, Mansfelder Straße 56) statt. Externe ZuhörerInnen sind herzlich eingeladen!
Internationale Konferenz "After Law: Mobilization, Injustice, and Confrontation in the Post-Juristocratic Transition" (6.-10- Juni 2022, Université de Lausanne)
Am 6. bis 10. Juni veranstalten Olaf Zenker und Mark Goodale (Université de Lausanne) eine internationale Konferenz mit dem Titel „After Law: Mobilization, Injustice, and Confrontation in the Post-Juristocratic Transition“. Dieser Workshop findet am "LACS - Laboratoire d'Anthropolgie Culturelle et Sociale“ in Lausanne (Schweiz) statt. Nach dem Ende des Kalten Krieges erlebte die Welt einen fulminanten Aufstieg des Rechts - insbesondere in Form liberaler Verfassungen und eines gestärkten richterlichen Prüfungsrechtes - hin zu einer „Juristokratie“ (Hirschl 2004). Allerdings haben die letzten Jahre eine vielerorts zu beobachtende Gegenbewegung weg von Rechtsstaatlichkeit und hin zu mehrdeutigen Formen der Selbstbestimmung, Mobilisierung und des Widerstands gebracht. Stehen wir am Anfang eines Übergangs zur „Post-Juristokratie“ - und falls, ja, mit welchen Folgen? Diese Fragen stehen im Zentrum dieser interdisziplinären Konferenz.
Weitere Informationen zum Programm finden sich im untenstehenden Dokument.
Emeritierung von Prof. Dr. Burkhard Schnepel
Prof. Dr. Burkhard Schnepel wurde nach 20 ereignisreichen Jahren an der Martin-Luther-Universität zum Ende des Wintersemesters 2021/22 emeritiert. Als Gründungsmitglied des Seminars für Ethnologie hat er den ethnologischen Standort Halle seit 2002 mit aufgebaut und maßgeblich zur Etablierung der Ethnologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beigetragen. Sein Wirken beschränkte sich jedoch nicht auf das ethnologische Institut an sich, denn durch die Übernahme zahlreicher leitende Positionen trug er wesentlich zur Verankerung des Fachs an der MLU bei. Burkhard Schnepel war Dekan der Philosophischen Fakultät I (2010-14), Direktor des Orientwissenschaftlichen Zentrums (ab 2007), Mitinitiator und Gründungsdirektor des Zentrums für Interdisziplinäre Regionalstudien (ab 2009), Vorstandsmitglied der Graduiertenschule „Asien und Afrika“, und Mitglied des Universitätssenats (2014-18). Neben seinem institutionellen Engagement prägte Burkhard Schnepel auch die ethnologische Forschung am Standort Halle. Er leitete zahlreiche Drittmittelprojekte zu Forschungen in Südasien und dem Indischen Ozean, welche unter anderem durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Fritz-Thyssen-Stiftung, die Volkswagen-Stiftung, und die Max-Planck-Gesellschaft gefördert wurden. Seine Forschungsinteressen umfassen Themenbereiche, wie das Sakrale Königtum, Ritual- und Performanztheorien, Vorstellungen der Person und Kulturelles Erbe. Darüber hinaus hat er wichtige Beiträge zur Anthropologie der Nacht und der Tourismusethnologie geleistet. Den Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit in Halle bildeten jedoch ethnohistorische Studien, wobei seine Forschungstätigkeiten anfänglich auf Orissa, Indien, fokussiert, wenig später auf Mauritius konzentriert, und schließlich auf den Indischen Ozean erweitert waren. Burkhard Schnepel etablierte Halle als den wichtigsten deutschen Standort der Indian Ocean Studies, welcher internationale Strahlkraft entfaltete. Mit seiner Max Planck Fellow Group “Connectivity in Motion: Port Cities of the Indian Ocean”, der Organisation mehrerer internationaler und interdisziplinärer Tagungen und Summer Schools, den Kooperationen mit der Utkal University in Orissa, der University of Mauritius, der McGill University in Canada und der New York University Shanghai, sowie zahlreichen einschlägigen Publikation zum Indischen Ozean hat Burkhard Schnepel wesentlich zum Renommee der Martin-Luther-Universität beigetragen. Wir bedanken uns herzlich für sein bedeutsames Engagement für das Seminar für Ethnologie, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und für die Sozial- und Kulturwissenschaften insgesamt und wünschen ihm alles Gute für seinen wohlverdienten Ruhestand.
Anton Wilhelm Amo Lecture 2022 am 22. Juni (in Präsenz und online)
Die diesjährige Anton Wilhelm Amo Lecture 2022 von Prod. Dr. Sabelo J. Ndlovu-Gatsheni (Chair in Epistemologies of the Global South, Universität Bayreuth) mit dem Titel "Genealogies of Decolonization and Tasks of Decoloniality in the 21st Century“ findet am Mittwoch, den 22. Juni, um 18:15 Uhr im Hörsaal IV (Ludwig-Wucherer-Str. 2, 06108 Halle-Saale) statt. Sie wird auch live gestreamt unter: BIT.LY/AMO-2022 (password: amo-Lecture22). Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im untenstehenden Dokument.
Neu erschienen: The Oxford Handbook of Law and Anthropology
Vor kurzem ist das neue Oxford Handbook of Law and Anthropology erschienen, welches Olaf Zenker gemeinsam mit Marie-Claire Foblets (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung), Mark Goodale (Universität Lausanne) und Maria Sapignoli (Universität Mailand) herausgegeben hat. Diese Sammlung von 49 Kapiteln plus Einleitung bietet eine originelle und international ausgerichtete Analyse der historischen, theoretischen und ethnographischen Verbindungen zwischen Recht und Anthropologie. Jeder der Aufsätze des Handbuchs gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Debatte und einen Ausblick auf die zukünftige Ausrichtung der Forschung in diesem dynamischen und interdisziplinären Feld. Die Struktur des Handbuchs wird von einem übergreifenden Narrativ über die vielfältigen Beziehungen zwischen Recht und Anthropologie als sich überschneidenden Forschungsgebieten bestimmt, die sich mit so grundlegenden Fragen wie Konfliktlösung, normativer Ordnung, sozialer Organisation und rechtlichen, politischen und sozialen Identitäten befassen.
Hier erfahren Sie mehr über die Printausgabe und die Online-Version des Handbuchs.
Vor dem Gesetz – Gefühle und digitalisierte Migrationsverwaltung: Ein Podcast aus der Reihe „More than a Feeling – Gefühle und Gesellschaft“
Welche Gefühle sind im Spiel, wenn ein komplexer, vielschichtiger und hoch politisierter Vorgang wie die Migration nach Deutschland verwaltet wird – auch und gerade auf Seiten derer, die mit der bürokratischen Arbeit betraut sind? Fragen von Macht und Ohnmacht spielen hier eine Rolle, ebenso wie die nach der (Nicht-)Rechtmäßigkeit von Verfahren. Gefühle von Kälte und Härte, von Ungerechtigkeit auf beiden Seiten, bei den Betroffenen und den Sachbearbeiter*innen des BAMF, sowie das Sentiment des „guten bürokratischen Handelns“ sind das Spannungsfeld, aus dem Olaf Zenker und Larissa Vetters (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung) im Hinblick auf ihr Forschungsprojekt „Sentiments of Bureaucracies: Affektive Folgen der digitalen Transformation in der deutschen Migrationsverwaltung“ am Sonderforschungsbereich 1171 „Affective Societies“ berichten.
Hier erfahren Sie mehr über das Projekt, seine Herausforderungen unter pandemischen Arbeitsbedingungen und darüber, was mit Digitalisierer*innen geschieht, wenn sie digitalisiert werden.
ETROD: Sandro Mezzadra, “Excavating contemporary capitalism“
Die Online-Reihe "Extractivism and Transition Research Online Dialogue" hat Sandro Mezzadra (Bologna) mit einem Vortrag zu "Excavating contemporary capitalism" zu Gast. Die Veranstaltung findet statt am 28. April von 16:00 Uhr bis 17:45 Uhr. Interessierte werden um eine Anmeldung bei janine.hauer@zirs.uni-halle.de gebten.




