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Seminar für Ethnologie
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Seminar für Ethnologie
Lehrveranstaltungen
Lehrveranstaltungen Sommersemester 2026
KVV_20260414_15.04.2026.pdf
(216,3 KB) vom 15.04.2026
© Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung/Philipp Stumpf
Spring School 2026 der IMPRS „Global Multiplicity“ in Halle
Vom 23. bis 27. März 2026 fand am Seminar für Ethnologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Spring School der International Max Planck Research School (IMPRS) „Global Multiplicity" statt – ein jährliches Format, das Doktorand*innen und Betreuende der Graduiertenschule zusammenbringt, um gemeinsam zu forschen, zu diskutieren und die eigene wissenschaftliche Praxis weiterzuentwickeln. In diesem Jahr wurde die Spring School von Asta Vonderau, Anita von Poser, Olaf Zenker (Ethnologie) und Dirk Hanschel (Jura) gemeinsam ausgerichtet.
Die internationalen Teilnehmenden der IMPRS kommen neben der MLU von der Universität Leipzig, dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und forschen zu sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen – von politischer Polarisierung in Ostdeutschland über städtische Infrastruktur in Rumänien und Indien bis hin zu Migrationsrecht in Europa. Diese thematische Breite ist kein Zufall: Die IMPRS bringt bewusst Forschende zusammen, die in erschiedenen Kontexten arbeiten, um gesellschaftliche Prozesse nicht isoliert, sondern in ihren globalen Zusammenhängen zu verstehen.
Ein wichtiger Programmpunkt war der interdisziplinäre Austausch, insbesondere zwischen Ethnologie und Rechtswissenschaft, Ethnologie und Soziologie sowie Ethnologie und Geschichtswissenschaft. In gemeinsamen Sitzungen wurden unterschiedliche Zugänge zu Themen wie Normen, Institutionen und gesellschaftlichem Wandel diskutiert. Dabei ging es nicht darum, die Perspektiven einander anzugleichen, sondern darum, aus ihren Unterschieden neue Fragen zu entwickeln.
Den Eröffnungsvortrag hielt Arzoo Osanloo (Princeton University) zum Thema Wirtschaftssanktionen – einem Thema, das die Verbindung globaler politischer Entscheidungen mit lokalen Lebensrealitäten eindringlich vor Augen führt. Am Beispiel Iran zeigte sie, wie Sanktionen langfristige soziale und materielle Bedingungen prägen.
Neben inhaltlichen Impulsen lag ein Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung akademischer Fähigkeiten. Workshops zu Publikationsstrategien, Datenanalyse und Drittmittelanträgen gaben den Teilnehmenden Gelegenheit, konkrete Herausforderungen ihrer Arbeit als Wissenschaftler*innen zu bewältigen und voneinander zu lernen. Ergänzt wurden diese durch Austauschformate, in denen Doktorand*innen ihre jeweiligen Projekte vorstellen und gezielt Feedback einholen konnten.
Die Spring School bot damit vor allem einen Rahmen, um die eigene wissenschaftliche Praxis und Forschung im Gespräch mit anderen weiterzuentwickeln. Forschung zu Gesellschaften in unterschiedlichen Teilen der Welt liefert dabei nicht nur Wissen über diese Gesellschaften selbst – sie schärft den Blick für grundlegende Fragen, die weit über den jeweiligen Kontext hinausweisen.
BodiesHealthMedicine Oceania
Internationaler Workshop in Paris mit Beteiligung von Kolleg*innen der MLU Halle: Bodies, Health, and Medicine in Oceania | Corps, Santé et Médecine en Océanie (22.-23.04.2026)
Gemeinsam mit Kolleg*innen aus Ozeanien und Frankreich richtet Prof. Dr. Anita von Poser den internationalen Workshop mit dem Titel Bodies, Health, and Medicine in Oceania | Corps, Santé et Médecine en Océanie aus, der vom 22. bis 23. April 2026 am Condorcet Campus in Paris stattfindet. Der Workshop, der Beiträge von Forschenden (aus) der Region vereint, verfolgt u.a. das Ziel, plurale Wissensbestände und -formen in Bezug auf das spannungsvolle Verhältnis von Körpern und spezifischen Vorstellungen von Gesundheit und Medizin ethnographisch und sozialtheoretisch zusammenzuführen, zu diskutieren und so gemeinsam sichtbarer zu machen.
Zenker_Wozu_Ethnologie?
Neues Video: „Wozu Ethnologie – Why Anthropology Matters“
Wozu Ethnologie – gerade jetzt, wo Diversität politisch unter Druck steht? Die Videoreihe „Wozu Ethnologie – Why Anthropology Matters“ versammelt pointierte Beiträge von Ethnolog*innen, die zeigen, warum das Fach mehr ist als ein Blick auf andere Gesellschaften und Kulturen.
In seinem Beitrag argumentiert Olaf Zenker, dass Ethnologie als Public Anthropology unbequem sein muss: Sie konfrontiert uns mit der Widerständigkeit des Realen, macht alternative normative Ordnungen sichtbar – und fungiert als ein Archiv politischer Alternativen. Im Zentrum stehen Fragen von Recht, Staatlichkeit und postkolonialen Ungleichheiten – und die Möglichkeit, gesellschaftliche Ordnungen auch anders zu denken. hier:
AMO LECTURE No. 12
Neu erschienen: AMO LECTURE No. 12 von Michael Rothberg
Die zwölfte Ausgabe der ANTON WILHELM AMO LECTURES ist erschienen: From Memory Wars to Memory Work. Der Band basiert auf dem Vortrag von Michael Rothberg, gehalten 2025 in Halle.
Ausgehend von den jüngsten konfliktreichen Debatten um Erinnerungskultur in Deutschland richtet Rothberg den Blick auf Pınar Öğrencis Film Aşît [The Avalanche]. Anhand der Verflechtung unterschiedlicher Gewalt- und Erinnerungsgeschichten zeigt die Lecture alternative, relationale Formen des Erinnerns auf – in Deutschland und darüber hinaus.
Der Band ist ab sofort als Druckexemplar erhältlich (siehe Foto) und Open Access zugänglich.
Zenker_Common_Concerns_Podcast1
Stirbt der Liberalismus? Über die Erschöpfung der Demokratie - Ein Common Concern Podcast
In dieser Folge der Podcast-Reihe „Common Concerns“ des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung diskutieren Olaf Zenker und Biao Xiang eine der drängendsten Fragen unserer Zeit: Was geschieht, wenn Menschen den Glauben an den Liberalismus verlieren – nicht, weil sie seine Ideale ablehnen, sondern weil sie das Gefühl haben, dass er sie im Stich gelassen hat?
Diese postliberale Erschöpfung ist eine tiefe, relationale Ermüdung gegenüber Systemen, die Gerechtigkeit, Gleichheit und Demokratie versprochen, jedoch anscheinend nur Verzögerung, Desillusionierung und Fragmentierung hervorgebracht haben.
Reihe EmotionsKulturen / EmotionCultures
Neue Publikation in der Reihe EmotionsKulturen / EmotionCultures
In der von Prof. Dr. Anita von Poser mitherausgegebenen Buchreihe EmotionsKulturen/EmotionCultures ist eine neue Publikation erschienen:
Alexandra Bauer
Rassismus und Gefühlsordnungen
Multi-rassifizierte Affekte im Leben von Frauen koreanischer Folgegenerationen in Deutschland
Zum Inhalt: „Hast du so etwas schon mal gesehen – so eine Mischung?!“ Die Frauen, die in dieser sozial- und kulturanthropologischen Studie zu Wort kommen, rufen mit einem koreanischen und einem nicht-koreanischen Elternteil zahlreiche Gefühle – von Faszination bis Verachtung – in ihrer Umwelt hervor. Welche Affekte löst dies bei den so multi-rassifizierten Frauen aus? Wessen Gefühle gelten in rassistischen Gesellschaften als legitim? Durch eine affekttheoretische Rassismuskritik offenbart Alexandra Bauer diffus erspürte und daher äußerst effektive Re-Produktionsformen von »Rasse« im Alltag. Thematisiert wird das Ringen der Frauen mit hiesigen Gefühlsordnungen zwischen affektivem Orientierungsverlust, dem Hinterfragen von Herrschaftsverhältnissen bis hin zu Heilungsprozessen. hier:
Prof. Olaf Zenker-Reckoning with Law in Excess_2025
Neue Open-Access-Publikation zum Aufstieg & Niedergang des Rechts als Modalität gesellschaftlichen Wandels
Der von Mark Goodale und Olaf Zenker herausgegebene Band Reckoning with Law in Excess: Mobilization, Confrontation, Refusal ist kürzlich sowohl im Open Access als auch im Druck erschienen. Er bietet einen neuen Ansatz zum Verständnis der Beziehung zwischen Recht und sozialem und politischem Wandel in einer sich radikal verändernden und zunehmend unsicheren Welt. Die beitragenden Autor*innen untersuchen eine Vielzahl von Fällen, in denen soziale Bewegungen Gerechtigkeit und sozialen Wandel innerhalb, gegen und jenseits des Rechts anstreben. Dabei legt diese interdisziplinäre Forschung Muster frei, wie Recht und Legalität in bestimmten historischen Momenten eine erhöhte Bedeutsamkeit erlangen – ein Prozess der Überfrachtung, der meist einer Ernüchterung über die Grenzen des Rechts weicht. Indem das Buch diese komplexe Dialektik der Auseinandersetzung mit dem Recht kritisch reflektiert, beleuchtet es eine der wichtigsten und folgenreichsten Dynamiken in einer Zeit der Klimakrise, des zunehmenden Populismus und der sozialen Konflikte. Neben Beiträgen der Herausgeber enthält der Band Kapitel von Lynette Chua, Julia Eckert, Kiri Santer, Matthew Canfield, Arzoo Osanloo, Nitzan Shoshan, Penelope Anthias, Agathe Mora, Rachel Sieder und Kamari Clarke. Hier geht es zu den frei verfügbaren Beiträgen des Buches
Lehrfoschungsprojekt POLY! Endpräsentation
POLY! ist eine Kollaboration zwischen dem Seminar für Ethnologie an der MLU und dem Studiengang Textildesign an der BURG im Rahmen des MA-Seminars "Cheoethnographie: Textile und textliche Außeinandersetzungen mit der Chemiefaser in Wolfen“. Die textil-textlichen Projektergebnisse werden präsentiert am:
Dienstag, 8. JULI 2025 um 14 Uhr
Campus Design der Burg Giebichenstein
Neuwerk 7
Lehrklassengebäude
Raum 105 im Erdgeschoss
Lehrfoschungsprojekt POLY!
Neuer Open-Access-Reader „Public Anthropology“ erschienen
Von Ethnolog:innen wird heute erwartet, dass sie sich zu aktuellen sozialen Problemen und Debatten positionieren. Dieser frei verfügbare Reader bietet erstmals einen Überblick über die vielfältigen Praktiken, Formate und Ansätze, mit denen das Vorhaben der »Public Anthropology« an Instituten der ethnologischen Fächer in Deutschland heute umgesetzt wird. In fünf Sektionen – Öffentlichkeiten, Kollaborationen, Positionierungen, Transformationen und Vermittlung – diskutieren Autor:innen verschiedener Karrierestufen praxisnahe Beispiele für öffentlich-ethnologisches Arbeiten. Sie machen sowohl die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Zugewinne der Public Anthropology als auch die damit verbundenen Herausforderungen sichtbar.
Unser Institut hat ebenfalls zwei Kapitel beigesteuert: „Public Anthropology im Spätkapitalismus“ (Janine Hauer & Asta Vonderau) und „Strategische Netzwerke inmitten konfligierender Positionalitäten: Public Anthropology in der südafrikanischen Landreform“ (Olaf Zenker).
Hier geht’s zum kostenlosen Download des Readers
Forschungsbasierter Masterstudiengang Ethnologie / Social and Cultural Anthropology
MA Ethnologie Halle
Der zweisprachige Masterstudiengang MA Ethnologie 120 beinhaltet neben dem sozial- und kulturtheoretisch fundierten Studium auch die angeleitete Konzeption und Durchführung eines individuellen empirischen Forschungsprojekts weltweit. Beispiele studentischer Masterforschungsfelder gibt es hier.
Alle weiteren Infos finden sich hier. Allgemeine Informationen zur Bewerbung während der Corona-Epidemie finden sich hier.




