Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Felix Schiedlowski, M.A.

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Felix Schiedlowski

Forschungsschwerpunkte

Thematisch: Energie, Frieden und Konflikt, Kulturerbe, politische Ethnologie, Transformationen, urbane Ethnologie, Wandel und Erneuerung, Zeitlichkeit

Forschungsregionen

Mitteldeutsches Braunkohlerevier, Nordirland

Promotionsforschung:
(Un-)Ordnung und Zukunftszwang: Strukturwandel in Mitteldeutschland

Strukturwandel: Produktion von Zukunftswissen und -visionen (Werkstatt in Halle, November 2019)

Strukturwandel: Produktion von Zukunftswissen und -visionen (Werkstatt in Halle, November 2019)

Strukturwandel: Produktion von Zukunftswissen und -visionen (Werkstatt in Halle, November 2019)

Keywords: Energieversorgung, Nachhaltigkeit, Ostdeutschland, Wirtschaftsstruktur, Zukunftsvisionen

Mit dem schrittweise eingeleiteten und spätestens 2038 vollzogenen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung steht das mitteldeutsche Revier vor einem massiven Strukturwandel. Der mit Klimaschutz, Energiewende und der Endlichkeit fossiler Ressourcen begründete Prozess wird das Leben in der Region verändern: Arbeitsplätze, Wirtschaftsstruktur, Stromversorgung ebenso wie Heimatverbundenheit, Identitäten und politische Traditionen. Faktoren des Alltagslebens stehen zur Verhandlung, sollen erhalten, verbessert oder grundlegend transformiert werden. Dabei sollen die Wirrungen und Herausforderungen der Gegenwart als Chancen begriffen werden, Strukturwandel als Übergang in eine geordnete und nachhaltige Zukunft.

Der auf Bundesebene angelegte Kohleausstiegspfad sieht ähnliche Szenarien für das Rheinische und das Lausitzer Revier vor. Doch während das Rheinland seit vielen Jahrzehnten den langsamen Ausstieg aus der Steinkohle probt, fühlt sich manch einer vom Ende der Braunkohleverstromung in Mitteldeutschland überrumpelt. Während die Lausitz vergleichsweise homogen daherkommt, zählen zum Mitteldeutschen Revier die Tagebauten in Sachsen-Anhalt und Sachsen, das Chemiedreieck Buna-Leuna-Bitterfeld, Kleinstädte wie Borna, Zeitz oder Eisleben ebenso wie die Oberzentren Halle und Leipzig. So vielschichtig wie das Revier sind die Visionen, Vorstellungen und Ängste, die mit dem Strukturwandel in Mitteldeutschland einhergehen.

Dabei stellen grundlegende Fragen: Welche Bedeutung hat der Begriff Strukturwandel für welche Akteure in der Region? Welche Akteure gestalten den Strukturwandel?  Wie werden unterschiedlichen Perspektiven ausgehalten, zusammengebracht und in eine Strukturwandel-Policy umgesetzt?

MA-Forschung (2016 - 2019)
Der Wandel von Belfast als Herausforderung für den nordirischen Unionismus

Wandbild in Ost-Belfast

Wandbild in Ost-Belfast

Wandbild in Ost-Belfast

Keywords: Brexit-Unsicherheit, Britisch-Protestantischer Unionismus, Friedensprozess, Nordirlandkonflikt, urbaner Wandel

Belfast als Hauptstadt des Nordirlandkonflikts, diese Zeiten sind vorbei. Heute, mehr als zwanzig Jahre nach dem Abschluss des Karfreitagsabkommens, ist Belfast vom Wandel begriffen: Während die tiefe Polarisierung zwischen protestantischen und katholischen Stadtbewohnern anhält, lockt Belfast gleichwohl Touristen und internationale Investoren an. Belfast, einst eine Stadt im Konflikt, will sich das Image einer befriedeten Stadt erarbeiten. In diesem ethnologischen Forschungsprojekt wird der Wandel von Belfast aus der Perspektive der hiesigen Gemeinde der britisch-protestantischen Unionisten untersucht. Kann es gelingen, Elemente unionistischer Identität und Kultur, welche oft mit Konflikt und Streit assoziiert werden, in eine vielversprechende Ware des neuen Belfasts zu verwandeln? Oder erweisen sich die negativen Einstellungen gegenüber dem Friedensprozess als Last, droht der Unionismus somit, den Anschluss an den urbanen Wandel zu verlieren?

In vier Kapitel werden die Entwicklungen, Spannungen und Hoffnungen aus vier Stadträumen porträtiert: Das Stadtzentrum als Bühne des neuen Belfasts, die protestantische Shankill Road als Repräsentant der polarisierten Stadt, die proletarische und den Wandel ablehnende Enklave Sandy Row, sowie Ost-Belfast, wo protestantisches Kulturerbe neu entdeckt wird. In allen Vierteln spiegeln sich verschiedene Taktiken – manche sehen Chance, andere äußern Unsicherheit oder drängen auf Isolation. Doch egal wie dem Wandel von Belfast begegnet wird, überall ist der Unionismus auf der Suche nach seinem Platz im neuen Belfast.

Der Unionismus muss den Wandel der Stadt selbst aktiv vorantreiben, will er nicht zurückgelassen werden. Doch gleichzeitig ist die protestantisch-britische Gemeinschaft auch darauf angewiesen, dass ihr Zugang zum neuen Belfast gewährt wird. In vielerlei Hinsicht gilt, dass der an sich konservative Unionismus sich neu erfinden muss. Der Wandel von Belfast ist die Chance aber auch die Notwendigkeit, genau das zu tun.

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